Ein demokratischer Prozess So entsteht eine Tarifforderung

Wer entscheidet eigentlich, was die IG Metall in den Tarifverhandlungen von den Arbeitgebern fordert? Die Aufstellung der Forderung läuft demokratisch: Zunächst diskutieren die Mitglieder und Vertrauensleute der IG Metall. Dann entscheiden die gewählten Tarifkommissionen und der IG Metall-Vorstand.

Tarifkommissionsmitglied aus Nordrhein-Westfalen

Wie funktioniert eigentlich eine „Tarifrunde“? Und wie kommt die IG Metall zu ihren Forderungen für die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern?

Die Debatte und Aufstellung der Tarifforderungen ist ein demokratischer Prozess: Zunächst diskutieren die Mitglieder und Vertrauensleute der IG Metall in den Betrieben und auf Versammlungen der IG Metall vor Ort: Was sollen wir fordern? Mehr Geld – und wie viel? Müssen wir etwas bei der Arbeitszeit machen? Oder brauchen wir bessere Regelungen zur Sicherung unserer Arbeitsplätze und Standorte? 

Zusätzlich befragt die IG Metall in größeren Tarifrunden auch direkt die Beschäftigten in den Betrieben. 

Die Forderungen aus den Betrieben und Ergebnisse aus den Befragungen fließen dann in die Diskussion in den Tarifkommissionen der IG Metall ein.  

 

Tarifkommissionen entscheiden über Tarifforderungen

Die Mitglieder der Tarifkommissionen werden für Flächentarife von den Delegierten der örtlichen Geschäftsstellen der IG Metall gewählt – oder für Haustarife direkt im Unternehmen. Über Flächentarife größerer Branchen verhandeln IG Metall und Arbeitgeber in der Regel regional ges in verschiedenen Tarifgebiete. In der Metall- und Elektroindustrie etwa gibt es 15 Tarifgebiete und 11 Verhandlungsgebiete, unter anderem Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Küste, Mitte, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. 

Die Tarifkommissionen bündeln und diskutieren die Forderungen aus den Betrieben und Versammlungen. Auf Basis der Forderungsdiskussion in den Tarifkommissionen beschließt gibt der IG Metall-Vorstand eine Forderungsempfehlung ab, die dann von den Vertrauensleuten, Betriebsräten und IG Metall-Mitgliedern diskutiert und überprüft wird.

Die Mitglieder der Tarifkommissionen bleiben bei der Forderungsdebatte ständig im Dialog mit den IG Metall-Mitgliedern im Betrieb. Sie vertreten die Anliegen ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Kommission, informieren sie über die Diskussionen in der Tarifkommissionen und besprechen sie mit ihnen.

Schließlich entscheiden die Tarifkommissionen dann über ihre Forderungen. Abschließend beschließt dann der IG Metall-Vorstand die endgültigen Forderungen für die Tarifverhandlungen. In der diesjährigen Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie 2026 ist das am 22. und 23. September passiert.

In anderen Branchen gibt es ein etwas einfacheres Verfahren – ohne Forderungsempfehlung des IG Metall-Vorstands.

Nachdem der IG Metall-Vorstand die Forderungen abschließend beschlossen hat, übermitteln die IG Metall-Bezirksleitungen die für ihre Tarifgebiete beschlossenen Forderungen an die Arbeitgeber.

Damit ist der Weg frei für die Tarifverhandlungen.

Die Tarifverhandlungen führen dann die Verhandlungskommissionen, die aus den Tarifkommissionen gebildet werden.

Tarifrunden - Metall und Elektro
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