Tarifrunde Metall und Elektro 2026 Befragung: Beschäftigte erwarten Geld und Sicherheit

Die IG Metall hat 267.000 Beschäftigte in 2285 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie befragt. Die Lage ist sehr uneinheitlich. Fast 50 Prozent der Befragten schätzen die Lage in ihrem Betrieb als gut ein. Sie erwarten Sicherheit für ihre Arbeitsplätze - aber dennoch auch mehr Geld.

Beschäftigte beim Warnstreik in der Metall-Tarifrunde

10. September 2026 10. September 2026


Am 7. Oktober starten die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Im September beschließen die regionalen Tarifkommissionen – überwiegend Betriebsräte und Vertrauensleute aus den Betrieben – die Forderungen der IG Metall für die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie 2026.

In den letzten Wochen hat die IG Metall dazu 267.000 Beschäftigte in 3200 Betrieben befragt:

Wie läuft es bei Dir im Betrieb? Welche Themen sind Dir wichtig? Welche Forderung hältst Du für angemessen? Und bist Du dabei, wenn es darum geht, unsere Forderungen auch gemeinsam durchzusetzen?
 

267.000 Beschäftigte in 2285 Betrieben - die Ergebnisse

Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erwarten von den Arbeitgebern bei den Tarifverhandlungen im Herbst Antworten auf gestiegene Preise und die Zukunft der Betriebe. 

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen nehmen die Befragten als sehr unterschiedlich wahr: Die Hälfte bezeichnet die Situation im Betrieb als sehr gut (14,5 %) oder gut (31,7 %) oder. Ein Drittel (32,2 %) attestiert dem eigenen Arbeitgeber ein „geht so“. Jeder Fünfte nimmt die Situation als schlecht (16,9 %) oder sehr schlecht (4,7 %) wahr. 

Die positive wirtschaftliche Wahrnehmung ist getrieben von Betrieben der Luft- und Raumfahrt, Rüstung, Schiffsbau oder Energie. Kritischer blicken dagegen Beschäftigte der Autoindustrie und Dienstleistern auf den Kurs ihrer Unternehmen. 


Top-Themen Geld und Job-Sicherheit 

Die größten Sorgen bereiten den Befragten gestiegene Kosten für Lebenshaltung (68,9 %) und Gesundheit (58,5 %), gefolgt von der Absicherung im Alter (58,1 %). Mehr als die Hälfte der Beschäftigten bewegt die Sicherheit des persönlichen Arbeitsplatzes (56,3 %) bzw. die Zukunft für den Betrieb (56,7 %).  

„Die Beschäftigten haben ein sehr feines Gespür für die drängendsten Themen im Land: Gute Reallöhne, zukunftsfähige Arbeitsplätze und soziale Sicherheit", meint Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall. "Das ist ein klarer Auftrag an Arbeitgeber, Politik und auch die IG Metall. Wir wollen sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze durch Wertschöpfung hier vor Ort. Das erfordert neben guter Tarifpolitik auch eine engagierte Industrie-, Sozial- und Unternehmenspolitik. Dafür gehen wir mit unseren Aktionstagen am 21. und 26. September auf die Straße.“ 

Mit Blick auf den Geldbeutel und die Gewinne der Unternehmen erwarten die Beschäftigten neben der Job-Sicherheit mehrheitlich eine moderate (47,8 %) bis kräftige Entgelterhöhung (35,0 %). Verzicht ist angesichts der wirtschaftlich soliden Gesamtlage kein Thema: Lediglich jede*r Sechste hält nur eine kleine (13,1 %) oder keine Entgelterhöhung (4,1 %) für angemessen.


So sieht es in unseren Betrieben aus, diese Entgelterhöhung halten wir für angemessen: Das sagen die Beschäftigten vor der Metall-Tarifrunde 2026

„Die Beschäftigten erleben keine einheitliche Krise, sondern eine wirtschaftlich stark unterschiedliche Lage", erklärt IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski. "Gleichzeitig sind ihre Erwartungen an Entgelt, Beschäftigungssicherung und soziale Absicherung hoch. Wir gehen selbstbewusst in diese Tarifbewegung, weil wir alles berücksichtigen werden: von sicherer Beschäftigung in Krisenunternehmen bis hin zum gerechten Anteil der Beschäftigten an Über-Gewinnen.“ 

 Mit den Ergebnissen der Befragung startet die IG Metall in den regionalen Tarifbezirken jetzt in die Forderungsdebatte. Am 22. September entscheiden die Tarifkommissionen der Tarifgebiete über ihre Forderung. Eine konkrete und bundesweite Tarifforderung will der Vorstand der Gewerkschaft am 23. September beschließen. 

In der Metall- und Elektroindustrie arbeiten bundesweit über 3,7 Millionen Beschäftigte. 
 

So geht es weiter in der Metall-Tarifrunde 2026 

  • 22. September: Tarifkommissionen beschließen Forderungen
  • 23. September: Der Vorstand der IG Metall beschließt die endgültige Forderung
  • 7. Oktober: Start der Tarifverhandlungen
  • 31. Oktober: Auslaufen der Entgelttarifverträge – Ende der Friedenspflicht um 24 Uhr
  • 1. November, ab 0 Uhr: Warnstreiks möglich
     

Letzte Tarifrunde 2024: +5,1 Prozent mehr Geld in zwei Schritten

In der letzten Tarifbewegung in der Metall- und Elektrindustrie im Herbst 2024 hat die IG Metall Entgelterhöhungen von 5,1 Prozent in zwei Schritten, 140 Euro mehr im Monat für Auszubildende plus eine Erhöhung des Tariflichen Zusatzgelds (T-ZUG B, ZUB), sowie mehr freie Tage durchgesetzt. Die zweite Stufe der Entgelterhöhung in Höhe von 3,1 Prozent gab es gerade im April. Mehr als 620.000 Beschäftigte hatten mit Warnstreiks Druck für den Tarifabschluss 2024 gemacht.

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