T-Geld in der Metall- und Elektroindustrie FAQ zum Transformationsgeld und zum Trafobaustein

Bisher im Februar - künftig im Juli: Mit dem Transformationsgeld (T-Geld, Trafobaustein) bekommst Du 18,4 Prozent Deines Monatsentgelts obendrauf. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur neuesten der vier tariflichen jährlichen Sonderzahlungen in der Metall- und Elektroindustrie.

Warnstreik 08.11.2022 Berlin BBS

23. Februar 2022 23. Februar 2022 |
Aktualisiert am 20. Februar 2025 20. Februar 2025


Was ist das T-Geld oder der Trafobaustein?

Das Transformationsgeld (T-Geld) ist eine weitere tarifliche jährliche Sonderzahlung neben dem Urlaubsgeld, dem tariflichen Zusatzgeld (T-ZUG) und dem Weihnachtsgeld. Die IG Metall hat das T-Geld mit dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie im März 2021 durchgesetzt. In Baden-Württemberg heißt das T-Geld „Transformationsbaustein“ (Trafobaustein).

Das Transformationsgeld kann nach Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber auch zur Sicherung von Beschäftigung eingesetzt werden – und zudem in Betrieben in wirtschaftlichen Krisen auch „differenziert“, das heißt verschoben oder ausgesetzt werden.


Wie viel T-Geld gibt es?

Das T-Geld (der Trafobaustein) beträgt 18,4 Prozent vom regelmäßigen individuellen Monatsentgelt (siehe unten).

Konkretes Beispiel: Ein ausgelernter Facharbeiter in der sogenannten Eckentgelt-Gruppe mit 10 Prozent Leistungsentgelt ohne Schicht erhält etwa 600 Euro T-Geld.


Wer bekommt das T-Geld?

Beschäftigte und Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie, die jeweils zum Auszahlungstag am 31. Juli des Kalenderjahres in einem Arbeitsverhältnis oder Ausbildungsverhältnis stehen und zu diesem Zeitpunkt dem Betrieb ununterbrochen sechs Monate angehört haben.

Achtung: In vielen Betrieben gelten eigene Haustarifverträge (etwa bei VW) oder sogenannte Anerkennungstarifverträge. Da kommt es darauf an, ob der Arbeitgeber im Vertrag sämtliche Flächentarifverträge in der Metall- und Elektroindustrie anerkennt, auch mit zwischenzeitlichen Neuerungen – oder etwa nur die Tariferhöhungen. Fragt Euren Betriebsrat oder die IG Metall vor Ort.

Leihbeschäftigte haben keinen Anspruch auf das T-Geld, da auch für sie eigene Tarifverträge gelten.

Vier jährliche Sonderzahlungen in der Metall- und Elektroindustrie 2026
Grafik: Februar - Tarifliches Zusatzgeld T-Zug B in der Metall- und Elektroindustrie in Höhe von 26,5 Prozent des Eckentgelts
Grafik: Mai/Juni Auszahlung Urlaubsgeld (50 Prozent pro Urlaubstag) in der Metall- und Elektroindustrie
Grafik: Juli - T-Zug A in Höhe von 27,5 Prozent oder Umwandlung in freie Tage; T-Geld in Höhe von 18,4 Prozent des Monatsentgelts
Grafik: Im November wird in der Metall- und Elektroindustrie das Weihnachtsgeld ausbezahlt

Hinweis: 2026 steigt der Zusatzbetrag des Tariflichen Zusatzgelds (T-Zug B) von 18,5 Prozent auf 26,5 Prozent des Eckentgelts des jeweiligen Tarifgebiets.


Wann bekomme ich das T-Geld?

Das T-Geld ist als Einmalzahlung spätestens am 31. Juli auszuzahlen. Die Auszahlung kann jedoch per Betriebsvereinbarung bis spätestens 30. September verschoben werden. Wenn das T-Geld „differenziert“ wird, kann es jedoch auch länger verschoben oder ausgesetzt werden (s.u.).
 

Was ist mit Beschäftigten in Teilzeit und Altersteilzeit?

Teilzeitbeschäftigte erhalten das T-Geld ganz normal wie die anderen Sonderzahlungen: 18,4 Prozent ihres regelmäßigen individuellen Monatsentgelts.

Bei Beschäftigten in Altersteilzeit ist ihr Altersteilzeitentgelt, also das halbierte frühere Vollzeitentgelt zugrunde zu legen. Im Blockmodell gilt dies sowohl für die Arbeits-, wie für die Freistellungsphase. Als Einmalzahlung wird das T-Geld – anders als das Monatsentgelt – nicht tariflich aufgestockt.
 

Was gilt in Elternzeit?

Beschäftigte in Elternzeit erfüllen grundsätzlich die Voraussetzungen für das T-Geld. Da das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit jedoch ruht, wird der Anspruch für die Zeit des Ruhens anteilig gekürzt. Beispiel: Du gehst im Laufe des Jahres 6 Monate in Elternzeit, folglich erhältst Du nur die Hälfte Deines T-Gelds.
 

Erhalte ich das T-Geld auch, wenn ich im Krankengeldbezug bin?

Während des Krankengeldbezuges ruht das Arbeitsverhältnis zwar – jedoch anders als während der Elternzeit nicht „kraft Gesetzes“. Daher besteht auch im Krankengeldbezug der Anspruch auf das T-Geld in voller Höhe.


Wie berechnet sich das „regelmäßige individuelle Monatsentgelt“?

Für die Berechnung ist analog zum Urlaubsgeld das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt (oder die regelmäßige Ausbildungsvergütung) zugrunde zu legen.

Berechnungsgrundlage sind die festen Entgeltbestandteile des laufenden Monats – also vor allem das monatliche Grundentgelt – zuzüglich des Monatsdurchschnitts der variablen Entgeltbestandteile der letzten drei Monate (in NRW der letzten sechs Monate).

Das sind: die leistungsabhängigen variablen Entgeltbestandteile – also das Leistungsentgelt (Akkord, Prämie etc.) sowie die Zuschläge für Spät-, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, Erschwerniszuschläge, individuelle Prämien, Provisionen und Zulagen aus dem Durchschnitt der letzten sechs abgerechneten Monate, jedoch ohne Mehrarbeitsentgelt und Auslösen.

Grob heißt das: Schaue nach, was Du in den letzten Monaten im Durchschnitt verdient hast und ziehe die Bezahlung für die Überstunden ab. Davon bekommst Du 18,4 Prozent.


Ich verlasse den Betrieb. Bekomme ich dann T-Geld?

Im Austrittsjahr besteht der Anspruch anteilig.

Beispiel: Wenn Du zum 1. Juli aus dem Betrieb ausscheidest, dann erhältst Du anteilig T-Geld für die Monate Januar bis Juni – also für 6 von 12 Monaten, die Hälfte Deines jährlichen Anspruchs.

Anspruchsberechtigte Beschäftigte oder Auszubildende, deren Arbeitsverhältnis im Kalenderjahr kraft Gesetzes oder Vereinbarung ruht, erhalten keine Leistung. Ruht das Arbeitsverhältnis im Kalenderjahr teilweise, so erhalten sie das T-Geld anteilig.


Das T-Geld kann auch „zur Beschäftigungssicherung“ verwendet werden. Wie geht das?

Das T-Geld kann im Falle einer Arbeitszeitabsenkung bei Beschäftigungsproblemen mit einem hierbei von den Betriebsparteien vereinbarten Teilentgeltausgleich verrechnet werden.

Beispiel:

Betriebsrat und Arbeitgeber vereinbaren eine Absenkung der Arbeitszeit von 35 auf 32 Stunden in der Woche, um eine Transformationsphase zu überbrücken, etwa die Umstellung auf neue Produkte für die Elektromobilität. Für die Dauer der Absenkung – je nach Tarifgebiet bis zu drei Jahre und länger – sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Um das Monatsentgelt trotz der kürzeren Arbeitszeit stabil zu halten, vereinbaren Betriebsrat und Arbeitgeber einen Teilentgeltausgleich, in den das T-Geld eingerechnet wird. Das geht auch mit weiteren Sonderzahlungen. Dazu kommen Beiträge des Arbeitgebers. Dadurch werden bei 32 Arbeitsstunden, möglichst in einer Vier-Tage-Woche, fast 34 Stunden bezahlt.
 

Was bedeutet, das T-Geld kann „differenziert“ werden?

Das T-Geld kann in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation des Betriebes ganz oder teilweise nicht zur Auszahlung gebracht oder zeitlich um bis zu 5 Monate verschoben werden, wenn dies dem Erhalt oder der Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit dienlich ist. Voraussetzung ist die vorherige Zustimmung der IG Metall.

Beschäftigte stehen zu einem großen Herz zusammen
Mitglied werden
Werde Teil einer starken Gemeinschaft

Von Rechtsschutz in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten bis zu gerechten Löhnen und Gehältern – wir kümmern uns persönlich und zuverlässig um unsere Mitglieder.

neu auf igmetall.de
Eine Frau mit Ratsche in der Menschenmenge bei einem Warnstreik in der Tarifrunde Metall und Elektro bei Osram und Siemens am 03.11.2026 in Berlin
Tarifrunde Metall und Elektro 2026 Über 400.000 im Warnstreik – IG Metall schlägt Lösung vor

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie rollen, mit bereits über 400.000 Beschäftigten. Die IG Metall erhöht den Druck auf die Arbeitgeber, die nur 1,3 Prozent mehr Geld ab Juli 2028 bieten. Die IG Metall hat nun einen Lösungsvorschlag vorgelegt, der Zukunft und Arbeitsplätze sichert.

Eine junge Person hält die Hand einer alten Person
Pflegereform Pflege bezahlbar machen: Aber fair!

Der Pflegeversicherung fehlt Geld. Die Bundesregierung will die Löcher mit einem Spargesetz stopfen. Doch das würde neue Härten bedeuten: für Millionen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Dabei gibt es eine soziale Alternative zu bloßen Leistungskürzungen.

Beschäfftiger leidet unter Stress
DGB-Index Gute Arbeit Viele Beschäftigte sind großen Belastungen ausgesetzt

Körperliche Belastungen prägen die Arbeit vieler Industriebeschäftigter. Das zeigt eine neue Auswertung. Die Zahlen zeigen auch: Beschäftigte, die mehreren Arbeitsbelastungen ausgesetzt sind, arbeiten häufiger auch dann, wenn sie krank sind. Dringend nötig ist mehr Prävention in den Betrieben.

Tarifrunde Eisen und Stahl: Warnstreik Salzgitter AG
Tarifrunde Eisen und Stahl 2026 Stahl-Beschäftigte fordern 5 Prozent mehr

Die Tarifkommissionen der nordwestdeutschen und ostdeutschen Stahlindustrie haben ihre Forderungen beschlossen. Neben einer Entgelterhöhung stehen auch die Ausbildungsvergütungen im Fokus.

Ein junger Mann steht bei einer Menschenmenge.
Dein Recht im Arbeitskampf Streikrecht für Azubis

Darfst Du Dich als Azubi an Warnstreiks und Streiks beteiligen? Ganz klar: Ja! Welche Rechte für Dich gelten, wenn die Tarifrunde in die heiße Phase geht, erklären wir Dir hier.

Podcast „Maloche und Malibu“
Podcast „Maloche und Malibu“ Fette Ohrfeige in der Tarifrunde – jetzt kommt die Antwort

Was tun, wenn mein Chef mich mobbt? Welcher war der größte Streik der Geschichte? Im Podcast „Maloche und Malibu“ besprechen wir die großen Fragen der Arbeitswelt. Die neue Folge trägt den Titel „Fette Ohrfeige in der Tarifrunde – jetzt kommt die Antwort".

Blauer Kran mit Greifer auf einem Schrottplatz
Union Busting bei Hark Recycling Per Drohne überwacht und strafversetzt

Die Arbeitsbedingungen wurden immer mieser bei Hark Recycling in Hamm. Als der Chef sie auch noch per Drohne überwachte, reichte es: Sie gingen zur IG Metall und wählten einen Betriebsrat. Doch die Betriebsräte wurden trickreich strafversetzt. Sie wehren sich mithilfe der IG Metall.

Zwei Beschäftigte unterschiedlichen Alters an einer Bohrmaschine.
Rentenreform Diese sieben Punkte sichern unsere Rente

Stärken statt kürzen: Eine gerechte Rentenreform ist möglich, auch wenn viele das Gegenteil behaupten. Das neue Konzept der DGB-Gewerkschaften zeigt, wie der Kurswechsel in der Rentenpolitik funktioniert – und der Lebensstandard im Alter für alle gesichert wird.

Warnstreik bei Lyra in Nürnberg
Tarifrunde Schreib- und Zeichengeräte 2026 Mehr Geld bei Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Lyra

Tarifabschluss in der Schreib- und Zeichengeräteindustrie: Einmalig 300 Euro im Dezember 2026, für Azubis 150 Euro. Dauerhaft 75 Euro mehr im Monat ab Juli 2027, weitere 75 Euro ab Juli 2028, für Azubis jeweils 50 Euro mehr. Über 1000 Beschäftigte haben dafür mit Warnstreiks Druck gemacht.

Ein Mann und eine Frau mit IG Metall-Fahnen beim Automobil-Aktionstag bei VW am 09.07.2026 in Wolfsburg
Tarifrunde Volkswagen 2026 IG Metall fordert Rücknahme der Tarifkündigungen bei VW

Bei Volkswagen bahnt sich Arbeitskampf ab Januar an. Das VW-Management hat fast alle Tarifverträge des Haustarifs gekündigt und will noch mehr Geld von den Beschäftigten. Die IG Metall fordert nun die Rücknahme der Kündigungen bis Ende Oktober - sowie die zügige Aufnahme von Verhandlungen.

Warnstreik Textil- und Bekleidungsindustrie JOHNSON&JOHNSON in Wuppertal am 03.03.2023
Fragen und Antworten zu Warnstreiks Warnstreik - unser gutes Recht

Um den Druck bei Tarifverhandlungen zu erhöhen, ruft die IG Metall zu Warnstreiks auf. Beginn und Dauer legt der jeweilige IG Metall-Bezirk fest. Doch was sind Warnstreiks - und was können sie bewirken? Muss ich negative Folgen befürchten, wenn ich teilnehme? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

IGM Bezirk Bayern -  1. Verhandlung /Demo Tarifrunde  "Bayern: Stabil - Jetzt geht's um alles", Bayerischer Hof, München
Tarifrunde Metall und Elektro 2026 So sichert die IG Metall Arbeitsplätze

Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie 2026 laufen. Neben mehr Geld geht es auch um die Sicherung von Arbeitsplätzen: Müssen wir unsere Tarifverträge dazu erweitern? Oder haben wir genug Tarifregelungen zur Beschäftigungssicherung? Was die IG Metall dazu bereits geregelt hat.

Newsletter bestellen