Pressemitteilung 34/2026 TR M+E: Forderungsbeschluss

IG Metall Baden-Württemberg fordert 5 Prozent mehr Entgelt und will Sicherheit für Arbeitsplätze und Standorte erreichen

22. September 2026 22. September 2026


Pressemitteilung 34/2026


IG Metall Baden-Württemberg fordert 5 Prozent mehr Entgelt und will Sicherheit für Arbeitsplätze und Standorte erreichen

  • Barbara Resch: „Die Beschäftigten brauchen eine spürbare Entgelterhöhung und verbindliche Perspektiven für ihre Arbeitsplätze“
  • Die Verhandlungen beginnen am 7. Oktober 2026

Sindelfingen. Die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg hat heute mit großer Mehrheit die Forderung für die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie beschlossen. Die Entgelte der rund 900.000 Beschäftigten und die Ausbildungsvergütungen sollen um 5 Prozent steigen, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Forderung nach einer spürbaren tabellenwirksamen Entgelterhöhung steht dabei gemeinsam mit dem Anliegen nach mehr Sicherheit für Beschäftigte und Betriebe im Mittelpunkt. Die IG Metall Baden-Württemberg will in der Tarifbewegung mit den Arbeitgeberverbänden über die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie, die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten sowie über notwendige Investitionen sprechen.

Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, sagt: „Die wirtschaftliche Lage ist in vielen Betrieben und Teilbranchen angespannt. Die Beschäftigten brauchen beides: eine spürbare Erhöhung ihrer Einkommen und verlässliche Perspektiven für ihre Arbeitsplätze und Standorte. 5 Prozent mehr Geld und mehr Sicherheit gehören für uns zusammen.“

Entgelte müssen mit den Kosten Schritt halten

Die Beschäftigten sind weiterhin mit deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten konfrontiert. Die Inflationsrate ist weiterhin hoch, viele Preise liegen dauerhaft über dem früheren Niveau. Die Tarifentgelte müssen deshalb so weiterentwickelt werden, dass die Beschäftigten ihre Kaufkraft erhalten und am wirtschaftlichen Fortschritt teilhaben können.

Barbara Resch: „Die Belastungen der vergangenen Jahre sind für viele Kolleginnen und Kollegen im Alltag weiterhin spürbar. Beim Tanken, beim Einkauf und bei den Wohnkosten zeigt sich, ob das Einkommen ausreicht. Eine angemessene Entgelterhöhung ist deshalb notwendig, für die Beschäftigten ebenso wie für die wirtschaftliche Stabilität insgesamt.“

Zukunftsperspektiven für Beschäftigung und Standorte

Die wirtschaftliche Situation unterscheidet sich derzeit erheblich zwischen Betrieben, Regionen und Teilbranchen. Während einige Betriebe wirtschaftlich gut aufgestellt sind, stehen andere vor erheblichen Herausforderungen durch den Strukturwandel, Veränderungen in den Märkten und den internationalen Wettbewerbsdruck.

Die IG Metall Baden-Württemberg will diese unterschiedliche Lage in der Tarifrunde berücksichtigen. Wo Arbeitsplätze und Standorte gefährdet sind, braucht es aus Sicht der Gewerkschaft verbindliche Zukunftskonzepte. Dazu gehören unter anderem Klarheit über künftige Produkte und Fertigungskapazitäten sowie Investitionen in moderne Technologien.

Barbara Resch erklärt: „Die aktuelle Lage darf nicht dazu führen, dass notwendige Entscheidungen vertagt oder Risiken einseitig auf die Beschäftigten verlagert werden. Wir müssen jetzt darüber sprechen, wie Wertschöpfung und Beschäftigung in Baden-Württemberg gesichert werden können. Die Beschäftigten brauchen dabei eine verlässliche Perspektive für die Zukunft ihrer Betriebe.“

Beschäftigte an wirtschaftlichem Erfolg beteiligen

Für Beschäftigte und Auszubildende in wirtschaftlich gut aufgestellten Betrieben strebt die IG Metall Baden-Württemberg außerdem eine tarifliche Gewinnbeteiligung an. Die Beschäftigten sollen angemessen daran beteiligt werden, wenn ihr Einsatz und ihre Arbeit zu einem entsprechenden wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen.

„Die wirtschaftliche Lage ist nicht überall gleich“, so Resch. „Deshalb müssen auch die Möglichkeiten der Unternehmen berücksichtigt werden. In Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung ist es jedoch gerechtfertigt, die Beschäftigten und Auszubildenden am erwirtschafteten Erfolg zu beteiligen.“

Darüber hinaus soll das Tarifergebnis eine soziale Komponente enthalten, mit der Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen besonders berücksichtigt werden.

Tarifrunde unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen

Die IG Metall Baden-Württemberg ist sich bewusst, dass die Tarifrunde in ein wirtschaftlich anspruchsvolles Umfeld fällt. Eine pauschale Zurückhaltung bei den Entgelten würde die unterschiedlichen Situationen in den Betrieben jedoch nicht angemessen abbilden und keine Antworten auf die strukturellen Herausforderungen geben.

Barbara Resch sagt: „Eine Entgelterhöhung und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind kein Widerspruch. Die Beschäftigten brauchen Einkommen, von denen sie verlässlich leben können. Die Betriebe brauchen zugleich Investitionen und klare Strategien für ihre Zukunft. Beides muss in dieser Tarifrunde zusammen gedacht werden. Unsere Tarifbewegung verbindet deshalb eine spürbare Entgelterhöhung zur Sicherung der Kaufkraft und Gespräche über verlässliche Perspektiven für Arbeitsplätze und Standorte.“

Die erste Verhandlung in Baden-Württemberg findet am 7. Oktober 2026 statt. Die Entgelttarifverträge sind bis zum 31. Oktober 2026 gültig. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober 2026 um 24 Uhr. Ab dem 1. November 2026, 0 Uhr, sind Warnstreiks möglich.

Pressestelle

Kontakt zur Pressestelle der IG Metall in Baden-Württemberg

Julia Wahl

Julia Wahl

Pressesprecherin

+49 170 3333 207

Sami Mokdad

Stellv. Pressesprecher

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