Pressemitteilung 25/2026 Zukunft der Autoindustrie hier sichern

IG Metall, Mercedes-Benz Gesamtbetriebsrat und Europaabgeordnete Vivien Costanzo über Brüsseler Regulierung


17. Juli 2026 17. Juli 2026



Pressemitteilung 25/2026


Gemeinsame Pressemitteilung der IG Metall Baden-Württemberg, des Gesamtbetriebsrats Mercedes-Benz sowie der Europaabgeordneten Vivien Costanzo (Europa-SPD)

Zukunft der Autoindustrie hier sichern: IG Metall, Mercedes-Benz Gesamtbetriebsrat und Europaabgeordnete Vivien Costanzo über Brüsseler Regulierung



Sindelfingen. Die Weichen für die Zukunft der Autoindustrie und tausende Arbeitsplätze im Südwesten werden derzeit in Brüssel gestellt. In Sindelfingen beraten deshalb Vertreterinnen und Vertreter der IG Metall sowie Betriebsrätinnen und Betriebsräte von im Land ansässigen Automobilherstellern und Zulieferern mit der verkehrspolitischen Sprecherin der Europa-SPD und Europaabgeordneten Vivien Costanzo sowie dem baden-württembergischen SPD-Fraktionsvorsitzenden Sascha Binder und Co-Landesvorsitzenden Robin Mesarosch über die Folgen der europäischen Verkehrspolitik. Auf Einladung des Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzenden der Mercedes-Benz Group AG, Ergun Lümali, findet ein Austausch zur Lage vor Ort und in Brüssel statt.

Zum Auftakt betont Ergun Lümali die Wichtigkeit des Austausches: „In Brüssel wird gerade über die Zukunft unserer Industrie entschieden – und damit über die Zukunft von hunderttausenden Beschäftigten in Baden-Württemberg und Deutschland. Wir Betriebsräte sagen klar: Wer die Automobilindustrie transformieren will, darf die Menschen in den Betrieben nicht aus dem Blick verlieren. Transformation kann nur mit den Beschäftigten gelingen – nicht über ihre Köpfe hinweg. Es braucht jetzt politische Entscheidungen, die Klimaschutz, industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung zusammendenken und unseren Standorten eine echte Zukunft geben. Genau deshalb ist dieser Austausch wichtiger denn je: Die Stimme der Beschäftigten muss dort gehört werden, wo die Weichen für morgen gestellt werden. Die Politik muss verstehen, was ihre Entscheidungen konkret für die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben bedeuten.“

Konkreter Anlass des Gesprächs waren die zeitgleich in Brüssel stattfindenden Verhandlungen zu den Flottengrenzwerten, dem Industriebeschleunigungsgesetz (u.a. local content) und weiteren Regulierungsvorhaben, die auch die Zukunft des Autolandes BaWü maßgeblich prägen werden.. Wegen der unsicheren internationalen Lage soll das europäische Gesetz angepasst werden. Doch während auf europäischer Ebene verhandelt wird, gehen vor Ort zehntausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf die Straße. Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, formuliert klare Erwartungen an die Politik auf EU-Ebene: „Es ist ein wichtiges Signal, dass sich die Verantwortlichen aus Brüssel heute hier vor Ort ein Bild von der Realität in der Produktion machen. Denn auf EU-Ebene entscheidet sich gegenwärtig das ‚Was‘ und das ‚Wo‘ der künftigen automobilen Wertschöpfung. Gute Politik muss sich am Ende daran messen lassen, inwieweit sie die Ziele Klimaschutz, Beschäftigung und Innovation gemeinsam erreicht, denn einzeln sind sie nicht zu haben. Wir brauchen daher rasche, praxistaugliche Antworten, die einen echten industriellen Umbau in Richtung CO2-Neutralität ermöglichen, statt den Abstieg der Branche zu befördern. Darauf arbeitet die IG Metall Baden-Württemberg weiter hin, zusammen mit den Betriebsräten und Beschäftigten als Experten der Transformation.“

„Wir dürfen das Ziel nicht aus den Augen verlieren: Diskussionen um das ‚Ob‘ des Verbrenner-Aus retten vor Ort keine Jobs. Relevant ist, wie wir den Betrieben mehr Zeit geben und sie trotzdem auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig halten können; besonders für die Standorte in Baden-Württemberg“, so Vivien Costanzo.

Es wird deutlich: Gefragt sind Schnelligkeit und ernsthafte Lösungen mit flexibel gestalteter Gesetzgebung sowie Unterstützung an den richtigen Stellen.

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