Pressemitteilung 23/2026 Künstliche Intelligenz mit guter Arbeit verbinden

Mitbestimmung und Schutzrechte für Beschäftigte als Grundpfeiler stärken


6. Juli 2026 6. Juli 2026



Pressemitteilung 23/2026


Pressestatements zur KI-Konferenz von DGB, IG Metall, ver.di und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit am heutigen Montag, 6. Juli 2026, im Willi-Bleicher-Haus in Stuttgart


Stuttgart. Auf der heutigen KI-Konferenz „Potenziale & Herausforderungen Künstlicher Intelligenz zwischen Produktivitätsanforderungen, Mitbestimmung und am Menschen orientierter Arbeit“ in Stuttgart haben Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Betrieben über die Potentiale und Risiken für die Arbeitswelt beraten. Ausgerichtet wurde die baden-württembergische KI-Konferenz mit über 250 teilnehmenden Betriebs- und Personalräten vom DGB, IG Metall, ver.di sowie der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.

Zwar ist Künstliche Intelligenz auf leistungsfähige Rechenzentren und IT-Abteilungen angewiesen, gleichwohl reichen die Folgen weit darüber hinaus. KI hat das Potential die Arbeitswelt grundsätzlich zu verändern. Deshalb regen die Gewerkschaften eine breite Debatte zu Chancen und Risiken in den Betrieben und der Gesellschaft an. Diese muss selbstverständlich auch eine kritische Abschätzung hinsichtlich der quantitativen und qualitativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt umfassen.

Gerade angesichts der Transformation der baden-württembergischen Wirtschaft birgt Künstliche Intelligenz auch enorme Chancen, die Zukunftsfähigkeit von Industrie und Dienstleistungsbranchen im Südwesten zu sichern und mit guter Arbeit sozial zu gestalten.

Damit KI zu einer Erfolgsgeschichte im Betrieb werden kann, braucht es klare ethische Grundsätze, eine frühzeitige Einbeziehung der betrieblichen Mitbestimmung und eindeutige Schutzrechte für die Beschäftigten. Nötig sind zudem entsprechende Qualifizierungen für Betriebe, Beschäftigte sowie deren Betriebs- und Personalräte.

 

Statement der beteiligten Akteurinnen und Akteure:

Kai Burmeister, Landesvorsitzender des DGB Baden-Württemberg:

„Künstliche Intelligenz verlangt klare ethische Weichenstellungen: KI muss den Beschäftigten dienen und sie körperlich und psychisch entlasten. KI kann mithelfen, die Transformation der baden-württembergischen Wirtschaft zu unterstützen. Die vorhandene wirtschaftliche Chance liegt in der Anwendung auf tiefes Prozesswissen von der Logistik bis zur Industrie. Betriebs- und Personalräte müssen frühzeitig und verbindlich bei KI beteiligt werden – nur mit betrieblicher Mitbestimmung lassen sich KI-fähige Strukturen in der Arbeitswelt erfolgreich aufbauen. Wir sind bereit für Mitbestimmung im KI-Zeitalter.“

Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg:

„Baden-Württemberg hat bei der Künstlichen Intelligenz mehr zu gewinnen als jede andere Region, denn wir besitzen etwas, das sich nicht herunterladen lässt: das Produktionswissen aus jahrzehntelanger industrieller Stärke. Daraus erwächst die Chance, hier die beste industrielle KI der Welt zu bauen. Für höhere Produktivität, innovative Lösungen und effizientere Abläufe, die unseren Standort an der Spitze halten. Aber diese Chance nutzen wir nur, wenn wir jetzt Geschwindigkeit aufnehmen und nicht zögern. Deshalb ergreifen wir sie gemeinsam mit den Beschäftigten. So wird aus Tempo und technologischem Fortschritt sichere, gute Arbeit."

Maike Schollenberger, ver.di Landesbezirksvorsitzende Baden-Württemberg:

„Wir wollen KI gestalten und nicht verhindern. Und wir wollen, dass Beschäftigte für künftig höhere Anforderungen und mehr Verantwortung qualifiziert und auch bezahlt werden. Wenn uns Routine-Tätigkeiten und auch anspruchsvollere Arbeit durch KI abgenommen wird, hat niemand früher Feierabend fürs gleiche Geld. Es wird noch mehr Arbeit auf dem Schreibtisch landen, noch mehr Aufgaben in der gleichen Zeit, noch mehr Stress. Und dafür muss ein beträchtlicher Teil der KI-Dividende bei den Beschäftigten ankommen.“

Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit:

„KI verändert die Arbeitswelt. Berufe und Tätigkeiten werden sich verändern, neue Berufe entstehen. Lebenslanges Lernen gewinnt immer mehr an Bedeutung und gilt als neuer Megatrend. Eine neue IAW-Studie zeigt, dass 27 Prozent der Betriebe in Baden-Württemberg, die generative KI nutzen, Weiterbildungen bereits anbieten und 19 Prozent dies planen. Das kann als zu wenig und zu langsam bewertet werden. Prompt-Kompetenz, kritische Ergebnisbetrachtung und der sichere Umgang mit KI-Tools sind keine Zusatzqualifikation – sie sind die neuen Grundkompetenzen. Betriebe sollten jetzt systematisch in die Kompetenzen investieren und die Beschäftigten gut mitnehmen.“

 

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