Pressemitteilung 20/2026 IG Metall Baden-Württemberg beginnt Diskussion über Tarifforderung für die M+E-Industrie

Tabellenwirksame Entgelterhöhung, sichere Arbeitsplätze und Standortzusagen im Mittelpunkt der Debatte


24. Juni 2026 24. Juni 2026



Pressemitteilung 20/2026


  • Barbara Resch: "Die Transformation braucht Investitionen und die Beschäftigten sichere Arbeitsplätze. Dafür braucht es starke Tarifabschlüsse."
  • Bis 22. September 2026 wird Forderung breit diskutiert und beschlossen

Sindelfingen. Die IG Metall Baden-Württemberg hat heute in ihrer Sitzung der Großen Tarifkommission die Diskussion über die Tarifforderung für die rund eine Million Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Land gestartet. Zeitgleich beraten die Großen Tarifkommissionen in allen IG Metall-Bezirken.

Im Mittelpunkt der Debatte stehen eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen, der Ausgleich steigender Lebenshaltungs- und Gesundheitskosten sowie Beschäftigungs- und Standortsicherung.

Bezirksleiterin und Verhandlungsführerin Barbara Resch: „Die Beschäftigten tragen die Hauptlast der Krisen. Deswegen erwarten sie zu Recht eine Entgelterhöhung, die dauerhaft wirkt. Sie stabilisiert die Kaufkraft und sorgt für Fairness. Die Transformation braucht Investitionen und die Beschäftigten sichere Arbeitsplätze. Dafür braucht es starke Tarifabschlüsse.“

Betriebe im Südwesten: Zwischen Gewinn und Druck

Nach Einschätzung der IG Metall Baden-Württemberg ist die wirtschaftliche Lage im Südwesten sehr unterschiedlich: Während einige Unternehmen weiterhin gut verdienen und ausschütten, geraten andere, besonders die Automobilindustrie, unter Druck. „Diese Bandbreite ist groß. Aber in allen Betrieben gilt: Wer Leistung bringt, muss davon leben können. Deshalb gehört der Schutz vor Reallohnverlust ins Zentrum der Tarifrunde“, so Resch. Die Tarifrunde müsse einen Beitrag zur betrieblichen und gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungssicherung leisten, die Binnenkonjunktur stärken und darüber hinaus zeigen: Tarifpolitik ist auch bei in schwierigen Zeiten ein unverzichtbarer Stabilitätsanker - und bleibt es.

Beschäftigtenbefragung bis 28. August 2026

In den kommenden Wochen wird die Forderung in den Betrieben und Tarifkommissionen weiter diskutiert. Parallel läuft seit dem 1. Juni 2026 eine bundesweite Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Sie fragt unter anderem nach der Lage im Betrieb, den wichtigsten Themen im Alltag und im Betrieb, der erwarteten Entgeltforderung und der Bereitschaft, sich für ein faires Ergebnis einzusetzen. Die Rückmeldungen fließen in die weitere Beratung der Tarifforderung ein.

Am 22. September 2026 beschließen die Tarifkommissionen bundesweit ihre Forderung. Die Entgelttarifverträge laufen zum 30. September 2026 aus, geplanter Verhandlungsbeginn ist Anfang Oktober 2026. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober 2026. Mit Ablauf der Friedenspflicht sind Warnstreiks möglich.


 

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