Pressemitteilung 17/2026 IG Metall begrüßt industriepolitischen Modernisierungskurs im Koalitionsvertrag

und mahnt soziale Sicherheit an

7. Mai 2026 7. Mai 2026


Pressemitteilung 17/2026

  • Barbara Resch: "Der Koalitionsvertrag setzt wichtige industriepolitische Impulse für Baden-Württemberg."
  • Positiv: Klares Bekenntnis zu Produktion, Autoland, Maschinenbau und Zukunftstechnologien
  • Mahnung: Sicherheit im Wandel braucht Tarifbindung, Mitbestimmung und soziale Kriterien bei staatlicher Förderung

Stuttgart. Die IG Metall Baden-Württemberg sieht im Koalitionsvertrag 2026 bis 2031 von Bündnis 90/Die Grünen und CDU wichtige Impulse zur Stärkung des Industriestandorts Baden-Württemberg. Die Gewerkschaft begrüßt, dass die Koalition die Sicherung der industriellen Substanz zur Priorität macht, sieht bei der sozialen Gestaltung des Wandels und der Beteiligung der Beschäftigten jedoch weiterhin eine klare Lücke.

Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, erklärt: "Der Koalitionsvertrag enthält wichtige Weichenstellungen für den künftigen Erfolg des Industriestandorts. Er greift zentrale Forderungen auf, die wir seit Langem formulieren: mehr Investitionen in die Infrastruktur, schnellere Verwaltungsverfahren, finanzielle Unterstützung für Unternehmen in der Transformation und eine ressortübergreifende Hightech-Strategie. Besonders wichtig ist das klare Bekenntnis zur industriellen Produktion, zum Erhalt des Autolandes und zu einem starken Maschinenbau."

Wichtige Impulse für Standort und Zukunftstechnologien
Die IG Metall Baden-Württemberg bewertet die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen insgesamt als notwendigen Schritt, um die Standorte und Leitindustrien im Land zu stärken. Auch die geplante Förderung von KI, Robotik, Quantentechnologie, Wasserstoff und Batterietechnik sowie die Ausweisung großflächiger Pilotregionen für autonomes Fahren sind wichtige Voraussetzungen für Innovation, Investitionen und neue wirtschaftliche Dynamik.

Sicherheit im Wandel: Tarifbindung und Mitbestimmung fehlen
Trotz positiver Impulse bleibt aus Sicht der IG Metall Baden-Württemberg eine zentrale Lücke: Eine rein angebotsorientierte Politik reicht nicht aus, um die Menschen im Wandel mitzunehmen.

"Es ist richtig, Unternehmen Hürden zu nehmen und neue Wege zu eröffnen. Aber Modernisierung ist kein reines Managementprojekt", so Resch weiter. "Wir brauchen zugleich Sicherheit im Wandel, und die gibt es für Beschäftigte nur mit starker Tarifbindung und echter Mitbestimmung. Es ist eine vertane Chance, dass die Koalition staatliche Hilfen nicht konsequent an soziale Kriterien knüpft. Hier hätten wir uns deutlich mehr Rückenwind und eine stärkere Beteiligung der Gewerkschaften an der Ausgestaltung des Modernisierungsprozesses gewünscht. Gute Arbeit darf nicht zum bloßen Nebenprodukt von Wachstum werden."

Auftrag an die Betriebe: Für soziale Gestaltung streiten
Die IG Metall Baden-Württemberg sieht im Koalitionsvertrag ein starkes technologisches Gerüst, dem jedoch das soziale Fundament fehlt.

Barbara Resch bilanziert: "Die Koalition tritt mit dem Anspruch an, die modernsten Rahmenbedingungen für die Industrie zu schaffen, die das Land je hatte. Jetzt kommt es darauf an, auch die Interessen der Beschäftigten verbindlich zu verankern. Wo der Vertrag hinter diesem Anspruch zurückbleibt, werden wir als Gewerkschaft in den Branchen und Betrieben aus einer Position der Stärke für Tarifbindung und Mitsprache eintreten. Denn eine nachhaltige wirtschaftliche Trendwende gelingt nur, wenn soziale Sicherheit, Beteiligung und technologischer Fortschritt Hand in Hand gehen. Unser Angebot an die Regierung steht: Wir sind bereit, gemeinsam für ein lebenswertes und wirtschaftlich starkes Baden-Württemberg zu kämpfen."

Pressestelle

Kontakt zur Pressestelle der IG Metall in Baden-Württemberg

Julia Wahl

Julia Wahl

Pressesprecherin

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Stellv. Pressesprecher

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