Pressemitteilung 06/2026
Düsseldorf/Neckarsulm. Im Sommer verdichteten sich die Gerüchte, dass die Firma Rheinmetall seine Automotive-Sparte Power Systems verkaufen will. Für die Beschäftigten bedeutete diese Ankündigung große Unsicherheiten über ihre Zukunft, ihren Arbeitsplatz und ihre Arbeitsbedingungen. Der Betriebsrat und die IG Metall kritisierten dieses Vorgehen und forderten von der Unternehmensleitung Sicherheit und gute Arbeitsbedingungen durch einen Überleitungstarifvertrag sowie den Erhalt der Mitbestimmung und aller tariflichen Leistungen – unabhängig vom Käufer.
Nun ist der IG Metall-Verhandlungsgruppe nach intensiven Verhandlungen ein Ergebnis für die insgesamt fast 3.500 Beschäftigten in acht Betrieben der Rheinmetall Automotive Sparte gelungen.
Das Verhandlungsergebnis im Überblick
1. Keine Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen bei Verkauf
Mit dem jetzt erzielten Abschluss ist klar: Mit dem Verkauf ändert sich für die Beschäftigten nichts. Betriebsvereinbarungen, bestehende Regelungen und die Tarifbindung bleiben vollständig bestehen.
2. Beschäftigungs- und Standortsicherung für drei Jahre
Für die Belegschaften bedeutet das: Drei Jahre Sicherheit nach Closing – keine betriebsbedingten Kündigungen, keine Standortschließungen.
3. Tarifbindung bleibt erhalten – mindestens für drei Jahre
Der neue Eigentümer verpflichtet sich, die Tarifbindung mindestens drei Jahre lang uneingeschränkt fortzuführen. Damit bleiben Entgelte, Arbeitszeiten und alle tariflichen Regelungen gesichert.
4. Ergebnisbeteiligung für das zurückliegende Jahr
Die Beschäftigten erhalten für das gesamte Geschäftsjahr 2026 eine Ergebnisbeteiligung – ein wichtiges Signal der Wertschätzung und Anerkennung ihrer Leistung.
IG Metall-Verhandlungsführerin und Erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm Yvonne Möller: "Das ist ein starkes und mutiges Ergebnis, das nur dank der Geschlossenheit und Beteiligung der Beschäftigten möglich wurde. Die Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen sind sicher und der Standort bleibt erhalten. Das ist ein ganz wichtiges Signal in der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Die Beschäftigten haben wieder einmal gezeigt: Solidarität wirkt. Nur so konnten wir Sicherheit, Tarifbindung und gute Arbeit für die kommenden Jahre sichern."
Langer Atem – starke Beteiligung
Bereits seit November 2025 hatten die Beschäftigten ihren Forderungen mit verschiedenen Aktionen Nachdruck verliehen und so Druck auf die Arbeitgeber gemacht. Dazu gehörten aktive Mittagspausen, Unterschriftenaktionen sowie eine Postkartenaktion, bei der die Beschäftigte ihre Erwartungen und Botschaften direkt an die Unternehmensführung richteten.