So geht's zum Meisterbrief Karrierechancen mit der Meisterausbildung

Nach der Ausbildung noch den Meister machen – ein Schritt, der sich lohnt. Denn mit der Weiterbildung verbessern sich die Jobchancen. Bei der Finanzierung helfen Aufstiegs-BAföG und Meisterbonus.

Ein Kfz-Mechaniker prüft den Unterboden eines Autos

7. Mai 2025 7. Mai 2025


Der Weg zum Meisterbrief erfordert Durchhaltevermögen. Die Ausbildung dauert bis zu drei Jahre, je nach dem, ob man sie in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit macht. Wer die Meisterschule in Vollzeit besucht, braucht eine Freistellung. Damit entsteht ein Verdienstausfall von mindestens einem halben Jahr. Dazu kommen Kosten für Kurse, Prüfungsgebühren, Materialien für das Meisterstück, Fahrten und Verpflegung – 4000 bis 10 000 Euro oder mehr. 

Doch der Meisterbrief ist immer noch sehr gefragt. Pro Jahr legen 30 000 Beschäftigte eine Prüfung zum Meister oder Betriebswirt ab. Man unterscheidet die Industriemeister und die Handwerksmeister, wobei Handwerksmeister die weitaus größte Gruppe sind. In den Branchen der IG Metall machen rund 10 000 Beschäftigte jedes Jahr ihre Meisterprüfung. Bei den Gewerken stellen die Metall- und Elektrohandwerke wiederum die meisten Meistertitel. Besonders beliebt ist der Kfz-Meister.


In jungen Jahren schon Meister

Der Metaller Kevin Hagemann, 22, ist gerade dabei, seinen Meister zu machen. 2024 hat er beim Unternehmen Hupfeld und Schlöffel im nordhessischen Berkatal seine Ausbildung als Metallbauer abgeschlossen und überlegte zunächst zu studieren. Doch dann wurde er von der Geschäftsleitung seines Betriebs angesprochen, ob er nicht noch seinen Meister dranhängen wollte. Kevin überlegte nicht lange und meldete sich für die Meisterschule an. Die besucht er jetzt in Vollzeit an fünf Tagen die Woche. Wenn alles nach Plan läuft, hat er schon im August 2025 seinen Meisterbrief in der Tasche – Fachrichtung Metallbau.

Zur Finanzierung seiner Meisterausbildung hatte Kevin schon vorher Geld angespart. Zusammen mit dem Aufstiegs-BAföG kommt er über die Runden. Außerdem kann er die Meisterprämie in Hessen erhalten. Weil sein Betrieb und seine Meisterschule in Hessen liegen, bekommt er nach erfolgreich bestandener Prüfung eine Prämie von 3.500 Euro vom Land Hessen. Auch in einer Reihe anderer Bundesländer gibt es solche Fördermöglichkeiten. 

Wer sich nach der Ausbildung über die Höhere Berufsbildung etwa zum Fachberater, Meister oder Betriebswirt weiterqualifizieren möchte, erhält finanzielle Unterstützung durch das Aufstiegs-BAföG – umgangssprachlich auch Meister-BAföG genannt. Gefördert werden die Kosten der Bildungsmaßnahme und des Lebensunterhalts. Das Geld gibt es teils als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, teils als zinsgünstiges Darlehen.


Förderbedingungen beim Aufstiegs-BAföG

  • Für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gibt es einen Zuschuss von 50 Prozent. 
  • Zu den Materialkosten für das Meisterprüfungsprojekt wird eine Förderung bis zur Hälfte der notwendigen Kosten und einer Höhe von bis zu 2000 Euro gewährt. 50 Prozent der Förderung sind auch hier ein Zuschuss. Für den Rest gibt es ein zinsgünstiges Bankdarlehen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).
  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden nach erfolgreichem Abschluss bei Existenzgründung großzügig erlassen.
  • Der Höchstsatz des Aufstiegs-BAföG beträgt für Alleinstehende 1.019 Euro pro Monat. 
  • Verheiratete erhalten zusätzlich 235 Euro monatlich. Für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, gibt es noch mal 235 Euro.
  • Eine Altersgrenze gibt es nicht.
     

Bessere Jobchancen durch Meister

Beruflich Qualifizierte verdienen schon früh im Erwerbsleben gutes Geld. Kommt dann nach dem Gesellenbrief der Meister oder Betriebswirt dazu, ist man noch mehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt. Absolventen der Höheren Berufsbildung wie Meister und Meisterinnen sind weitaus seltener arbeitslos als ihre Akademiker-Kollegen. In Deutschland haben etwa 2,5 Millionen Beschäftigte einen solchen Abschluss.

Der Aufstieg zum Meister wird nicht nur durch die verbesserten Fördermöglichkeiten attraktiver. Höhere Berufsbildung gewinnt insgesamt an Bedeutung. Ein Handwerksmeister kann sich seit der letzten Änderung auch Bachelor Professional nennen. Meistertitel und Bachelor sind gleichwertig. Die IG Metall setzt sich für eine hohe Qualität der Meisterausbildung ein, erklärt Helmut Dittke vom Ressort Handwerk und Branchenpolitik der IG Metall. Die ist keineswegs selbstverständlich, weil es unterschiedliche Qualitätsstandards gibt.

Die Meisterausbildung im Handwerk wird meist von Handwerkskammern und Landesinnungen angeboten. In Berufen mit Meisterpflicht wie beispielsweise im KFZ-Handwerk, werden die Prüfungen abgenommen durch unabhängige staatliche Meisterprüfungsausschüsse der jeweiligen zuständigen höheren Verwaltungsbehörden. Die Handwerkskammern haben hier lediglich geschäftsführende Funktion. Die Angebote für Meisterkurse variieren nach Region und Bildungsträger. „Es lohnt sich, die Angebote nach Qualität und Preis zu vergleichen“, rät Dittke. „Da gibt es erhebliche Unterschiede.“

Die IG Metall arbeitet eng mit den Arbeitnehmervertrerterinnen und Arbeitnehmervertretern in den Gremien der Handwerkskammern zusammen, um gute Rahmenbedingungen für Meister zu schaffen. Dazu gehören transparente Prüfungsverfahren und eine paritätische Besetzung der Ausschüsse. Seit der letzten Änderung des Meisterprüfungsverfahrens hat die IG Metall das Recht, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorzuschlagen für die Besetzung der Prüfungsausschüsse und Prüfungskommissionen. Bei Problemen oder Klärungsbedarf bei der Meisterausbildung im Handwerk oder der Durchführung der Prüfung, steht die IG Metall ihren Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite. Fragen können an handwerk@igmetall.de geschickt werden.


Mehr Informationen zum Aufstiegs-BAföG gibt es auf der Seite des Bildungsministeriums

Hier gibt es die Antragsformulare zum Aufstiegs-BAföG

Informationen zu Meisterprämie/Meisterbonus in den Bundesländern: Förderdatenbank Bund, Länder und EU 

Beschäftigte stehen zu einem großen Herz zusammen
Mitglied werden
Werde Teil einer starken Gemeinschaft

Von Rechtsschutz in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten bis zu gerechten Löhnen und Gehältern – wir kümmern uns persönlich und zuverlässig um unsere Mitglieder.

Neu im Jugendportal
Auszubildender in einer Schreinerei

Ausbildungsvergütung Fragen und Antworten zur Ausbildungsvergütung

Wie viel Geld steht Azubis zu? Je nach Branche, Region und Tarifbindung kann die Ausbildungsvergütung unterschiedlich ausfallen. Fest steht: Mit Tarifvertrag bist du besser dran. Unser FAQ rund um das Geld.

MINT-Berufe, etwa Industriemechanikerin oder Industriemechaniker, sind bei den Betrieben sehr gefragt.

Wenn die Ausbildung nicht läuft Probleme in der Ausbildung? Wir haben Lösungen

Hast du Probleme in deiner Ausbildung? Kommst du nicht mit deinem Ausbilder klar? Fällt dir das Lernen schwer? Reicht das Geld vorne und hinten nicht? Und was ist, wenn ich krank werde? Wir beantworten häufige gestellte Fragen.

Auszubildender in einer Schreinerei

Wenn das Geld nicht reicht So finanzierst du Ausbildung oder Studium

Auszubildende und dual Studierende können verschiedene finanzielle Unterstützungen erhalten. Wir geben Tipps zur Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), zu BAföG, Wohn- und Kindergeld – und wir erklären, was du bei einem Nebenjob beachten solltest.

Junge Auszubildende in der technischen Berufsausbildung werden von älteren Trainer auf CNC-Drehmaschinen Maschinen unterrichtet

Berufseinstieg Der Ausbildungsmarkt im Realitätscheck: Fünf Thesen zum Ausbildungsstart

Die Ausbildung gilt als Erfolgsmodell. Doch weniger Ausbildungsplätze, finanzielle Sorgen vieler Azubis und Millionen junge Menschen ohne Berufsabschluss zeigen: Auf dem Ausbildungsmarkt läuft nicht alles rund. Fünf Thesen zum Ausbildungsstart 2026.

Eine junge blonde Frau mit einem Werkzeug in der Hand steht lächelnd in einer KFZ-Werkstatt.

Kindergeld und Kinderzuschlag Kindergeld ab 18: Das ist zu beachten

Eltern erhalten in Deutschland Kindergeld bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ihres Kindes. Auch danach kann Anspruch auf Kindergeld bestehen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Familien mit geringem Einkommen können zusätzlich vom Kinderzuschlag profitieren.

junge Auszubildende lernen eine Roboteranlage zu bedienen

Sinkende Ausbildungszahlen Industrie spart am Nachwuchs – IG Metall fordert Kurswechsel

Immer weniger Ausbildungsplätze, immer mehr suchende Jugendliche: Die IG Metall warnt vor einem gefährlichen Abwärtstrend in der Industrie – und zeigt, wo Ausbildung noch gerettet werden kann. Ein Blick in den Osten zeigt, wie Betriebe Ausbildung systematisch zurückfahren.

Ein junger Mann sitzt in einer Vorlesung.

Kostenfrei und ohne Abitur möglich Studieren an der Europäischen Akademie der Arbeit

Aktive Metallerinnen und Metaller können sich für ein Studium an der Europäischen Akademie der Arbeit in Frankfurt bewerben. Der nächste Studienjahrgang läuft von Oktober 2026 bis August 2027. Die Bewerbungsfrist endet am 1. März 2026.

Auszubildender und Meister im Gespräch in einer Schreinerwerkstatt

Ausbildungsplatzsuche: So klappt’s Jetzt noch freie Ausbildungsplätze finden

Am 1. August oder 1. September ist offizieller Ausbildungsstart. Du hast bisher noch keine Stelle gefunden? Wir zeigen Dir, welche Wege zum Ausbildungsplatz noch möglich sind.

Ein Auszubildender arbeitet an einem 3D-Drucker

Berufe und Karriere: Aufsteigen als Techniker Aufsteigen als Techniker

Selbst konstruieren, tüfteln und planen. Das geht mit der Weiterbildung zum Techniker. Sie steht qualifizierten gewerblich-technischen Beschäftigten mit Berufserfahrung offen. Techniker und Technikerinnen sind sehr gefragte Fachleute.

Junge Studentin arbeitet an einem Roboterprojekt

Fördermöglichkeiten So finanzierst Du Deine Weiterbildung

Wer sich beruflich weiterqualifizieren will, steht schnell vor der Finanzierungsfrage. Wir zeigen, welche Fördermöglichkeiten es gibt – und wer sie in Anspruch nehmen kann.

Ein junger Mann steht bei einer Menschenmenge.

Dein Recht im Arbeitskampf Streikrecht für Azubis

Darfst Du Dich als Azubi an Warnstreiks und Streiks beteiligen? Ganz klar: Ja! Welche Rechte für Dich gelten, wenn die Tarifrunde in die heiße Phase geht, zeigen wir Dir hier.

Eine junge lachende Frau und zwei Männer bei einer Aktion.

Du entscheidest, wer Dich vertritt Alle Infos zur JAV-Wahl

Alle zwei Jahre wird die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) im Betrieb neu gewählt. Wir erklären, wer sein Kreuz auf dem Wahlzettel setzen darf und wie die Wahl abläuft.

Neu auf igmetall.de

Newsletter bestellen