Pressemitteilung 08/2026
Stuttgart. Die IG Metall Baden-Württemberg nimmt Bezug auf die heutige Pressemitteilung von Südwestmetall, in der ein weiterer Stellenabbau in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie angekündigt wird.
Diese Ankündigungen sind ein ernstes Warnsignal. Die IG Metall Baden-Württemberg mahnt jedoch, die Ursachen der Krise nicht vorwiegend bei angeblich zu hohen Kosten oder bei der kommenden Tarifrunde zu suchen.
Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg: „Die Zahlen zeigen, wie groß der Druck in der Transformation ist. Aber klar ist auch: Beschäftigte sind nicht das Problem – sie sind der Schlüssel zur Lösung. Wir erleben keine Lohnkostenkrise, sondern eine Investitions- und Strategielücke. Baden-Württemberg kann Spitzentechnologie. Aber dafür braucht es mutige unternehmerische Entscheidungen und klare politische Leitplanken.“
Die Produktionsrückgänge und der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr seien vielmehr Ausdruck struktureller Versäumnisse, nicht fehlender Leistungsbereitschaft der Beschäftigten. Entscheidend sei jetzt eine aktive Industrie- und Standortpolitik, die Investitionen in Zukunftstechnologien, Infrastruktur und Qualifizierung gezielt unterstützt.
Die IG Metall fordert:
- eine aktive Industrie- und Standortpolitik, die Arbeitsplätze sichert und Zukunftstechnologien in Baden-Württemberg hält
- Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Mobilität und Verwaltung
- bezahlbare Energie für Unternehmen und private Haushalte
- den Erhalt und Ausbau des Sozialstaats
- Schutz von Arbeitszeit-Regelungen, Gesundheit und Selbstbestimmung
Resch abschließend: „Wer von Rahmenbedingungen spricht, darf nicht nur Entlastungen fordern. Rahmenbedingungen heißen auch: stabile Nachfrage, gute Infrastruktur, Fachkräfte und soziale Sicherheit. Gute Tarifverträge sichern Kaufkraft und Stabilität – sie sind Teil der Lösung, nicht Teil des Problems.“